2.2.1 Städtebauliche Planungen / Bebauungspläne

Mit den Grundsatzbeschlüssen aus den Jahren 2018 und 2022 wurde für Bauleitplanungen eine sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) und auch zur Leistung von Folgekosten eingeführt. Darauf basierend konnten zwischenzeitlich folgende Wohnungen sozialgebunden gebaut und vermietet werden:

  • Baugebiet „Krumpperstraße-Ost“: 5 Wohneinheiten
  • Baugebiet „Schießstattweg / Schützenstraße“: 10 Wohneinheiten
  • Baugebiet „Kanalstraße / Singerstraße“: 24 Wohneinheiten

In den kommenden Jahren werden laut vorliegenden Planungen und Baufortschritt noch ca. 104 sozial geförderte Wohneinheiten entstehen, die den Wohnungsmarkt in Weilheim entlasten werden.

Für eines der größten Wohnbauprojekte der nächsten Jahre in Weilheim fand am 27. Oktober der feierliche Spatenstich statt. Westlich der Bahngleise, auf dem ehemaligen Areal der Firma Deckel, entstehen mit dem urbanen Wohnquartier „Am Öferl“ bis Anfang 2028 in drei Wohnkomplexen 90 Wohnungen mit einkommensorientierter Förderung und somit dringend benötigter Wohnraum für unsere Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus wird dort auch eine Kindertagesstätte mit 40 Plätzen gebaut.

2.2.2 Schulen

Steigende Schülerzahlen, der damit verbundene Mehrbedarf an Unterrichtsräumen und vor allem der ab dem Schuljahr 2026/2027 – beginnend mit der ersten Jahrgangstufe – geltende Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben die Stadt dazu veranlasst, an beiden Grundschulen entsprechende Erweiterungen vorzunehmen.

2.2.2.1 Erweiterung der Grundschule am Hardt

Die Grundschule am Hardt wird entsprechend um einen fünften Zug sowie Räume für einen Offenen Ganztag erweitert. Im Frühjahr haben die Bauarbeiten dazu begonnen. Es wurden neue Leitungen verlegt und die Bodenplatte gegossen. Ab Oktober nahm das Schulgebäude mit der Errichtung der vorgefertigten Holzmodule Gestalt an.

Bauarbeiten an dem Erweiterungsbau, AußenansichtInnerhalb weniger Wochen stand der Erweiterungsbau der Hardtschule.

Zum Beginn des Schuljahrs 2026/27 soll der Neubau bezogen werden können. Dann kann auch der Interims-Containerbau an der Andreas-Schmidtner-Straße abgebaut werden. Die Umbauten im Bestandsgebäude sowie die Außenanlagen werden 2027 abgeschlossen sein.

2.2.2.2 Planungsstand für die Grundschule an der Ammer

Nach der sogenannten Phase 0 wurden die Planungsleistungen ausgeschrieben und Anfang 2025 vergeben. Der Bauantrag und die Werkplanung wurde vom Architekturbüro Köhler aus Gauting und den beauftragten Fachplanern gefertigt. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2026 geplant. Das Bauwerk wird auf besonders anspruchsvollen Bohrpfählen errichtet, da der Baugrund an der Ammer große Herausforderungen bereithält.

Bauplanzeichnung, Außenansicht OstSo wird die erweiterte Grundschule an der Ammer später einmal aussehen. (Grafik: Köhler- Architekten, Gauting)

2.2.3 Generalsanierung der Stadthalle

Im Herbst 2021 mussten wir unsere Stadthalle wegen Mängeln in der Statik des Dachtragwerks sperren und entsprechende Erkundungen und Planung waren der Beginn der aufwendigen Sanierungsarbeiten. Bei diesen wurden dann einerseits weitere Mängel entdeckt und andererseits sowieso fällige Arbeiten gleich miterledigt.

Innenansicht der StadthalleLetzte Arbeiten vor der Wiedereröffnung: Die Stadthalle in neuer Optik.

So hat die Stadthalle neben der Ertüchtigung der Statik und des Brandschutzes neue Sanitäranlagen bekommen. Die Schankanlage wurde erneuert und die Veranstaltungstechnik mit einer besseren Be- und Ausleuchtung modernisiert. Auch an der Akustik haben wir gearbeitet und unter anderem eine neue Akustikdecke eingezogen.

Nach über vier Jahren konnte die Sanierung der Stadthalle zu einem guten Ende gebracht werden. Corona, Lieferengpässe beim Material, Personalmangel bei den ausführenden Firmen sowie unvorhersehbare Schwierigkeiten mit einzelnen Gewerken hatten zu Verzögerungen geführt.

2.2.4 Das Mehrgenerationenhaus für das städtische Bürgerheim ist fertig

Am 27. Oktober konnten wir die Eröffnung des neuen Mehrgenerationenhauses an der Bahnhofsgasse feiern. Mit den Bauarbeiten wurde im Oktober 2023 begonnen, und zum 1. September 2025 konnten die ersten Mieter einziehen. Die Wohnungen werden für Mitarbeitende des Bürgerheims und auch für Betreutes Wohnen genutzt und sind so ein Treffpunkt für Jung und Alt.

Das Gebäude wird als Holzbau realisiert, lediglich Treppenhaus, Keller und Tiefgarage sind aus Stahlbeton gefertigt. Beheizt wird das Gebäude über die Fernwärmeleitung der Stadtwerke, außerdem deckt es seinen Strombedarf über die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Außénansicht des MehrgenerationenhausesDas Mehrgenerationenhaus des städtischen Bürgerheims fügt sich gut in seine Umgebung ein.

2.2.5 Arbeiten an der Außenanlage der Kita Weltentdecker an der Kanalstraße

Damit die jungen „Weltentdecker“ noch gefahrloser in ihrem Freigelände spielen können, wurde der Rutschenhügel noch besser gesichert, und die Rutsche führt nun durch einen neu gepflanzten Weidentunnel, damit sie sich bei Sonneneinstrahlung nicht zu sehr erhitzt.

Ein neu errichteter Zaun aus Lärchenholz dient als Sichtschutz von der Straßenseite.

2.2.6 Tiefbau

2.2.6.1 Paradeis-Spielplatz

Durch eine Ausgleichszahlung – bedingt durch eine neue Wohnbebauung ohne eigenen Spielplatz in der Nähe des städtischen Spielplatzes im Paradeis – konnte auf dessen großer Freifläche ein neues attraktives Spielgerät zum Klettern und Hangeln aufgestellt werden. Die Gesamtkosten dafür betrugen 28.100 Euro.

Außenansicht Paradeis-SpielplatzDas neue Spielgerät ist eine echte Bereicherung für den weitläufigen Spielplatz im Paradeis.

2.2.6.2 Neue Fußgängerbrücke am Stadtbach

Neben dem Uferverbau für den Hochwasserschutz am Angerbach wurde im Jahr 2025 auch die neue Fußgängerbrücke mit einer Bauzeit von dreieinhalb Monaten errichtet, nachdem das Projekt aufgrund überteuerter Angebotsabgaben im Herbst 2024 erneut ausgeschrieben worden war. Sie bietet nun bei Hochwasser ausreichend Platz unter der Unterkante.

Einige kranke Eschen mussten gefällt werden, um ausreichend Platz für die Baumaßnahme zu schaffen. Dafür erfolgten Ersatzpflanzungen an geeigneter Stelle. Erforderlich war zudem eine sehr aufwändige Gründung mit Mikropfählen, weil der Boden nicht ausreichend tragfähig war. Die Baukosten (mit Rampen) belaufen sich auf rund 360.000 Euro. Das Projekt, begleitet vom Wasserwirtschaftsamt, wurde vom Freistaat Bayern gefördert.erer.

Außenansicht der FußgängerbrückeDie neue Brücke ist auch mit Kinderwägen oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut nutzbar.

2.2.6.3 Flutmulde in Eberfing

Die Flutmulde in Eberfing ist ein Teilprojekt des Hochwasserschutzes am Angerbach, das 2025 realisiert wurde. Die Stadt Weilheim und die Gemeinde Eberfing hatten dazu vor vielen Jahren eine interkommunale Zweckvereinbarung geschlossen mit dem Ziel, den Hochwasserschutz für beide Kommunen so zu organisieren, dass auf langfristige Sicht beide Kommunen vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt sein werden.

Die Flutmulde wurde im Süden der Gemeinde Eberfing errichtet, um das von Osten kommende Wasser so abzuleiten, dass es am bebauten Gebiet vorbeifließt und das Gelände weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Vor der Straßenunterführung der Kreisstraße nach Egenried kamen große Wasserbausteine zum Einsatz. Hilfreich dabei war die gute Kooperationsbereitschaft der betroffenen Eigentümer. Für die Flutmulde, die nur bei entsprechendem Wasseraufkommen gefüllt sein wird, sind Baukosten von rund 230.000 Euro veranschlagt. Auch dieses Projekt wurde vom Wasserwirtschaftsamt begleitet und durch den Freistaat Bayern gefördert.

2.2.6.4 Ausbau der Bushaltestelle und neuer Fußweg an der Hardtkapellenstraße

Die Erweiterung der Hardtschule brachte auch die Notwendigkeit einer größeren Schulbushaltestelle mit sich. Außerdem soll zukünftig der Stadtbus die Haltestelle an der Schule nutzen und auf lange Sicht auch der Fahrschülerverkehr der künftigen Waldorfschule hierüber abgewickelt werden.

Im Zuge der Arbeiten wurde in dem Bereich auch die Straßenentwässerung erneuert und zwischen dem Schulgelände und der benachbarten Kindertagesstätte ein neuer Fußweg von der Hardtkapellenstraße zur Andreas-Schmidtner-Straße geschaffen. Die Gesamtkosten betragen rund 380.000 Euro.